An(ge)dacht

Monatsspruch Februar 2019:
Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Römer 8,18

Liebe Leser, nie vergesse ich den kräftigen Mann im besten Alter: Prinz Charming, gutgelaunt und nett. Einer, mit dem Sie gerne zusammen sind. Täglich verband ich als Pfleger die Wunde im Oberschenkel. Knochenkrebs. Ich weiß nicht, wie er auf diesen Satz reagiert hätte. Die Krankheit nahm ihm nicht alles, zunächst nicht. Er hatte seine Momente. Mit wachsender Belastung fraß die Lebenslast seine Lebenslust, bis er daran starb.
Ich sehe Sara, die sich zu Tode hungerte, weil sie sich nie gut und schön genug fand. Alle Hilfsversuche scheiterten. Nichts durchdrang den Panzer ihrer Selbstwahrnehmung.
Die Aussage hätte niemals ihr Herz erreicht! Wenn ich nicht wüsste, wer den Satz geschrieben hat, könnte ich ihn nicht glauben: „Dieser Welt Leiden fallen nicht ins Gewicht?“ Was ist mit den Menschen im Jemen, am Tschadsee oder in Nordkorea? Wir wissen: da ist nicht alles schick.
Klar, Paulus war eine Ausnahme. Himmlische Herrlichkeit! Er hatte Einblicke, war ja Apostel. Und er lebte in biblischer Zeit. Damals war alles besser. Quatsch! War es nicht. Wer die Apostelgeschichte liest weiß, wie knallhart es zuging! Kann der Satz heute noch helfen?
Mein Vater Klaus bekam im Februar 2016 Bauchspeicheldrüsenkrebs. Chemotherapie ging nicht, weil er dafür von Anfang an zu krank war. Papa wohnte zwischen Krankenhaus und dem Haus, dass er selbst gebaut hatte. Am Krankenbett tröstete nicht ich ihn, sondern er mich! Nach einem Besuch ging ich nicht undankbar nach Hause. Mir war klar, dass er sich in Gottes Hand wusste. Die Leere, die so oft todkranke Menschen umgibt, gab es bei ihm nicht. Wie hat der das gemacht? Er hielt den Monatsspruch für wahr. Er lebte das. Er glaubte das, bis zur Todesstunde, in der sogar die Uhr in der Stube still stand.
Was ist mit Ihnen? Heute bin ich überzeugt dass Paulus recht hatte. Aber Menschen ohne diesen Glauben kommen nicht an diese Wirklichkeit heran. Darum rate ich: Wagen Sie es mit Jesus Christus! Nur ER kann Frieden mit Gott schenken (Römerbrief 5,1)!
Armin Bräuning
Pastor der Ev. Gemeinschaft Berlin-Buckow
eMail: braeuning[at]gemeinschaft-buckow.de