Historie

Die Evangelische Gemeinschaft Friedenau ist eine evangelische Gemeinde, die zum Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband e. V. (DGD) gehört, der in der Erweckungs- und Frömmigkeitsbewegung entstand, die Mitte des 19. Jh. die evangelischen Kirchen weltweit erfasste. Sie forderte neue geistliche Aufbrüche, eine lebendige Glaubensbeziehung zu Gott, statt nur Teil der evangelischen Kirche zu sein.

Die Ursprünge der heutigen Gemeinde liegen in zwei Landeskirchlichen Gemeinschaften – aus dem Gemeinschaftswerk St. Michael und aus dem Vandsburger Werk (jetzt DGD), in der Rembrandtstraße. Beide Werke werden der neupietistischen Richtung zugeordnet.

„Der Pietismus ist die bedeutendste religiöse Erneuerungsbewegung seit der Reformation“, denn sie vereinte Evangelisation mit sozialer Fürsorge für die „kleinen Leute“. Sozial engagierte Kirchenleute suchten nach neuen Wegen christlicher Verkündigung in der Landeskirche und legten von Anfang an großen Wert auf Laienarbeit, doch die wachsenden Aufgaben erforderten auch „Berufsarbeiter“, ausgebildete Theologen: Prediger. Zu den 14 Ortsgemeinschaften gehörte ab 1894 auch die Gemeinschaft in Friedenau, die aus einem Hauskreis entstanden war.

1928 entstanden unabhängig voneinander andere Gemeinschaften (durch Blättermission, Sonntagsschule und Bibelstunden); so auch die DGD-Gemeinschaft in der Rubensstraße.

Nach 40 Jahren in gemieteten Räumen, u. a. im Pfarrhaus der Gemeinde Zum Guten Hirten (St. Michael, Goßlerstraße) und Rembrandtstraße (Schriftenmissionswerk; Schwerpunkt evangelischer Arbeit: Bibelarbeit, Traktate, Evangelisation), wurde zunächst eine Kapelle der Nathanael-Kirche am Grazer Platz genutzt. Seit 1995 trifft man sich in den eigenen Räumen am Friedrich-Wilhelm-Platz 7.

Die Gemeindearbeit lebt vom Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich im Vorstand und den verschiedenen Veranstaltungen mit ihren Fähigkeiten in ihrer Freizeit einbringen. Die einzige Ausnahme bildet der Prediger, der mit einer drittel Stelle für den Predigt- und Seelsorgedienst angestellt ist.

Als Leitmotiv für die unterschiedlichen Veranstaltungen gilt die Bibel und der Wunsch, ihren Inhalt den Menschen in zeitgerechter Form verständlich zu machen, um ihnen die Liebe Gottes vorzuleben.